| Ein Überblick über die Geschichte der JFDI von Sonja Neumann |
| Wie alles begann... |
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Die Jesus Freaks Dillkreis, damals hießen sie noch Jesus Freaks Herborn, wurden Ende des Jahres 2000 gegründet. Aber wie vielen Dingen ging auch dieser Gründung einiges an Zeit, Arbeit und Visionen voraus. Ich werde mal versuchen, ganz von vorne anzufangen. Ich habe mich 1985 im Alter von 18 Jahren in Amerika bekehrt, wie man das so schön nennt. Als ich wieder nach Deutschland kam, fiel es mir sehr schwer, eine Gemeinde zu finden, in der ich mich zu Hause fühlen konnte. In Amerika waren doch viele Dinge anders gewesen. Also besuchte ich den Christlichen Bücherladen in Dillenburg oft und regelmäßig um coole Bücher zu kaufen und Jahre später stieß ich auf ein Buch, welches mich sehr neugierig machte. Es war das Buch über die Jesus Freaks, welches im Jahre 1994 veröffentlicht wurde. Diese Bezeichnung hat mich schon total angezogen. „Verrückt nach Jesus...“ Ich las es und wusste sofort: „Das ist genau dein Ding, damit kannst du dich identifizieren.“ Ich suchte also nach der nächstgelegenen Jesus Freaks Gruppe und fand so die Jesus Freaks in Wetzlar. Dennoch brauchte ich knapp zwei Jahre, bis ich den Mut fand, einmal dorthin zu gehen. Warum auch immer, ich weiß es nicht. Nach einiger Zeit schon dachte ich, dass es so etwas auch in meiner näheren Umgebung geben müsste. Aber diese Überlegung behielt ich auch wieder knapp zwei Jahre für mich. Ich hatte mir das nicht zugetraut, einfach eine Gruppe zu gründen. Ich bin nicht der Mensch, der gerne Verantwortung trägt und schon gar nicht so eine große. Gott zeigte mir aber immer wieder, dass ich einfach anfangen sollte und er mir schon alles geben würde, was man so braucht. Aber ich war zu feige und hab mich nicht getraut. So verging eben die Zeit und ich habe die Idee einfach immer wieder weggeschoben. Eines Tages fuhr mein Babysitter mit zum Freakstock, dem bundesweiten Festival der Jesus Freaks, und hat sich prompt bekehrt. Sie steckte ihre gesamte damalige Clique an, so dass sie alle sehr daran interessiert waren, sich regelmäßig zu treffen um mehr über Gott und den Glauben zu erfahren. Einige waren schon Christen, einige nicht. So haben wir uns einmal in der Woche bei mir im Wohnzimmer getroffen und einfach Gemeinschaft gehabt. Wir haben viel geredet und auch viele Themen in unserem Hauskreis durchgearbeitet. Irgendwann kamen dann einige von ihnen mit zum Freakstock und die Idee wurde neu geboren, doch eine Jesus Freaks Gruppe zu gründen. Da ich nun nicht mehr alleine war, war ich auch mutiger und stimmte zu. So suchten wir einen geeigneten Raum, weil wir ja Leute einladen wollten. Im Wohnzimmer hätte das alles nicht so gepasst. Wir fanden schließlich einen Raum im Haus der Vereine in Herborn, wo wir uns einmal die Woche trafen. Wir fingen dann mit den einfachsten Mitteln an. Es gab weder Lobpreis, noch irgendwelche Dekorationen, keinen festen Ablauf. Wir bastelten uns aus alten Gläsern Kerzenhalter, die mit „WindowColours“ beschriftet wurden. „Jesus Freaks”, “God is love” usw. Schön kitschig waren das die ersten Anfänge der Jesus Freaks Herborn. Das war alles sehr, sehr aufregend und neu. Und dazu kam, dass Gott sein Wort gehalten hat und wirklich für alles gesorgt hatte, was wichtig war. Zum Beispiel, dass jemand nach Herborn zog, der gerade eine Ausbildung zum Pastor machte. Er und seine Frau bauten dann die Gruppe mit uns auf. So war eigentlich schon fast alles da, was man brauchte. Es ging los. Die ersten Leute trudelten ein. Einige kamen über Flyer zu uns, andere durch persönliche Einladungen. Ich kann es bis heute nicht glauben, dass so viele Leute doch immer wieder jeden Sonntag Abend weite Strecken gefahren sind, nur um im Haus der Vereine einen popeligen Gottesdienst zu feiern. So kam es mir vor, denn bieten konnten wir kaum etwas, was andere Gottesdienste bieten konnten. Aber es kristallisierten sich Leute heraus, welche dann auch beständig weiter kamen und fest dabei blieben. Ich bin heute noch für jeden dankbar, der trotz der dürftigen Ausstattung geblieben ist und die Gruppe dadurch mit aufgebaut hat. Im Jahre 2001 hatte Herborn 750jähriges Gründungsjubiläum, welches mit einem großen Festzug durch die Stadt, der auch im Fernsehen übertragen wurde, gefeiert wurde. Wir meldeten uns dort an und nahmen an diesem Festzug teil. Wir wollten den Leuten zeigen, dass es uns gibt, dass wir Jesus lieben und dass man als Christ fröhlich sein darf und Spaß haben kann. Außerdem verlegten wir unser sonntägliches Treffen einige Male in den Herborner Stadtpark, wo die örtliche Drogenszene abhängt. Dort lernten wir viele Leute kennen. Es entstanden tolle Gespräche und auch dort wollten wir den Leuten einfach zeigen, das wir ganz normale Menschen sind, und das es keine Schande ist an Gott zu glauben. Einige von ihnen bekehrten sich sogar. Anfang 2002 fanden wir dann unsere jetzigen Räume in Dillenburg. Und da sehr viele auch aus der Dillenburger Umgebung kamen, benannten wir uns von nun an um in Jesus Freaks Dillkreis, einfach um alle mit einzuschließen. Wir zogen in den „Kellertreff“ ein, der sich im Keller des Evangelischen Gemeindehauses im Auweg in Dillenburg befindet. Wir bekamen grünes Licht, dort nach Herzenslust zu renovieren, was wir dann auch mit Freuden taten. Heraus kam ein gemütlicher, bunter und ein etwas verrückter Keller. Die Anzahl der Besucher stieg schnell an. Heute haben wir einen festen Mitarbeiter- und Leitungskreis, der Keller ist fast jeden Samstag knallvoll, so dass wir uns wohl so langsam wieder nach neuen Räumen umsehen müssen. Unsere Ziele sind immer noch Gott zu ehren und zu dienen und Menschen zu erreichen, insbesondere Menschen, die schwer zu erreichen sind, Menschen die mit Kirche und Gemeinden oder mit Gott nichts anfangen können. Und obwohl da noch eine Menge Arbeit auf uns wartet und Gott uns immer wieder in den Dienst ruft ist es doch auch einmal schön zu sehen, was sich doch alles schon getan und verändert hat. |